Dr. Siewert-Siegmund

 Verhaltenstherapie im Prenzlauer Berg

Angst und Panik

Angst ist eine wichtige Fähigkeit des Menschen. Angesichts einer potentiellen Bedrohung werden im Organismus blitzschnell zusätzliche Ressourcen z.B. an Sauerstoff, Energie und Aufmerksamkeit bereitgestellt, um für Angriff oder Flucht gerüstet zu sein. Angst hat dadurch zum Überleben des Menschen in der Evolution maßgeblich beigetragen.

Tritt Angst jedoch in scheinbar unverständlichen Situationen oder in übermäßigem Ausmaß auf und beeinträchtigt es das Leben, so spricht man von Angsterkrankungen. In den meisten Fällen lassen sich diese durch eine professionelle Therapie gut behandeln. Im Folgenden sollen die häufigsten Angsterkrankungen kurz vorgestellt werden:

 

DIAGNOSTIK

 

Bei einer Panikstörung erleben Menschen attackenartige Angstanfälle mit einer Reihe starker Körpersymptome wie Herzrasen, Atemnot, Schwitzen, Zittern, Harndrang, Schwindel, Schwäche und Taubheitsgefühlen in Händen und Füßen.

Die Erwartungsangst, dass eine weitere Panikattacke auftreten könnte, führt in der Folge häufig zusätzlich zur sog. Agoraphobie, der Vermeidung von Orten, aus denen der Betroffene beim Auftreten der Angstattacke nicht schnell entfliehen könnte oder Hilfe nicht schnell zugänglich wäre (z.B. Fahrstuhl, S-Bahn, U-Bahn, Autobahn). In schweren Fällen verlassen agoraphobische Menschen ihre Wohnung nicht mehr.

 

Unter einer Sozialphobie versteht man eine übermä0ige Angst vor der negativen Bewertung anderer Menschen. Diese führt zur Vermeidung von Situationen, in der Betroffene sich exponiert fühlt, z.B. wenn sie vor Publikum reden sollen, wenn sie beim Schreiben oder Essen beobachtet oder wenn sie in ein Gespräch verstrickt werden. Sie haben Angst sich unpassend zu verhalten oder dass ihnen im Gespräch nichts mehr einfällt und unangenehme Gesprächspausen entstehen könnten. Daher werden soziale Kontakte außerhalb des engsten Bekannten- oder Familienkreises vermieden. Dies wiederum erhöht den Leidensdruck und führt zu erheblichen persönlichen und beruflichen Einschränkungen.

 

Das Erleben eines Traumas kann zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) führen. Dabei werden Erinnerungs-Fetzen des Traumas auf belastende Weise ohne willentliche Kontrolle wiedererlebt, in Form von plötzlich einschießenden Erinnerungsbildern (Flashbacks) oder Alpträumen. Die Betroffenen leiden unter Anspannung und Schreckhaftigkeit, unter sozialem Rückzug, Misstrauen und emotionaler Abgeflachtheit. Aber auch ohne das Vollbild einer PTSD können Traumata zu langanhaltenden Ängsten und Vermeidungsverhalten führen, die das Leben beeinträchtigen.

 

Bei einer Generalisierten Angststörung (GAS) stehen ständige frei florierende Sorgen und Befürchtungen im Vordergrund, wie etwa um die eigene Gesundheit oder die von Partnern und Angehörigen oder um finanzielle Sicherheit, um Jobverlust, um sozialen Abstieg u.ä. Die Sorgen werden begleitet von starken körperlichen Symptomen wie Dauer-Anspannung, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen oder Muskelschmerzen.

 

THERAPIE

 

In der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung all dieser Angsterkrankungen sind auf unterschiedliche Weise die folgenden Elemente enthalten:

- eine sorgfältige Diagnostik

- die Erstellung eines individuellen Entstehungs-Modells der vorliegenden Probleme und die Identifizierung aufrecht erhaltender Faktoren

-das Aufsuchen gefürchteter Orte, Erinnerungen oder Katastrophen-Gedanken, je nach Störung und individuellem Fall in therapeutischer Begleitung oder nach ausführlicher Vorbereitung auch allein durch den Patienten

-das Erlernen konkreter Bewältigungsstrategien zum Umgang mit Angst und Körpersymptomen

 

Angst kommt auch im Rahmen von anderen psychischen Erkrankungen oder im Rahmen von Persönlichkeits-Akzentuierungen oder -Störungen vor. Bestehen die Probleme bereits seit der Jugendzeit, ist die Anwendung von Schematherapie in der Regel eine wichtige Erweiterung zum verhaltenstherapeutischen Behandlungskonzept.

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